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Der Apfelbaum-Methusalem

Ein wenig verwildert ist er, unser Kantapfelbaum und so groß, dass er kaum aufs Foto passt. Das liegt daran, dass er höher ist als alle Häuser in der Umgebung und man selbst mit einer doppelt ausgezogenen Leiter die leckersten roten Äpfel in der Krone nicht erreichen kann. Der Danziger Kantapfel ist ein Hochstamm. Sein Kronenansatz liegt …

Mais nervt!

Als Schüler fanden wir Mais toll. Wir gingen auf den Acker, pflückten uns einen Kolben, rissen die äußere Hülle ab und aßen ihn auf. Es war ein bisschen wie Äpfel klauen, nur dass die Äpfel besser schmeckten. Monokultureller Pflanzenwald Heute nerven mich die Maisfelder. Ich fahre gern Rad, und es gibt wenig Langweiligeres als an …

Geheimnisvoller Puschel

An eine Geburtstagsmail hänge ich manchmal einen Blumengruß. Dieser stammt aus meinem Herbstgarten und kaum eines der „Geburtstagskinder“ errät, was es ist. Dabei gehört die Pflanze wegen ihrer großen, dekorativen Blüten zu den beliebtesten Schmuckstücken im Garten. Außerdem rankt sie gerne. Sie ahnen es vielleicht: Es ist die Saat der Waldrebe, lateinisch Clematis. Weltweit gibt …

Vom Wald auf den Acker

Sie ist ein gefürchtetes Unkraut. Ihre wollige Saat fliegt weit und ist bereit, jederzeit neue Flächen zu besiedeln. Am liebsten solche, auf denen der Boden stark verdichtet ist, wie mir ein Biolandwirt erzählt hat. Wenn man sie im Garten hat, gibt es nur nur eine Möglichkeit: die neuen Triebe immer wieder abreißen, denn an ihre bis …

Die Tinten-Wespen kommen

Parasiten sind eine geniale Erfindung der Natur. Ihr Prinzip lautet: einen anderen, der größer und stärker ist, für den eigenen Lebensunterhalt sorgen lassen. Die Gallwespe nutzt dazu die Eiche. Besonders gut erkennbar ist das im Herbst. An den Blattunterseiten einiger Blätter kann man dann kugelige Gebilde entdecken – die Larvenkammern von weiblichen Eichengallwespen (Cynips quercusfolii). Ganz …

Stacheliger Gast

So langsam beginnen die Aufräumarbeiten im Garten. Verblühtes abschneiden, die Beete mit Laub bedecken. Vor einigen Tagen entdeckte ich dabei einen zuvor nie gesehenen Gast: eine stachelige Raupe. Vermutlich die des Zimtbären (Phragmatobia fuliginosa), eines Nachtfalters, wie Hamburger Schmetterlingsexperte Knud Schulz mir schreibt. Manche der stacheligen Raupen sehen sich recht ähnlich. Das kann man auf der Doppelseite „Wir bestimmen …

Hart aber köstlich

In meinem Garten steht ein Quittenbaum, gepflanzt vor mindestens hundert Jahren. Knorrig und krumm steht er da, seine Äste teilweise ausgehöhlt und morsch. Und doch trägt er jedes Jahr hunderte herb duftender Apfelquitten. Apfelquitten sind im Gegensatz zu Birnenquitten rund und ziemlich hart. Dafür ist ihr Fruchtfleisch besonders würzig. Außerdem kommen sie mit dem Wetter …

Strandnelken-Wunder

Blühende Strand-Grasnelken (Armeria maritime) sind ein zartes Wunder. Man muss genau hinschauen, um sie zu entdecken, denn die Pflanzen und ihre Blüten sind wegen ihrer widrigen Lebensumstände winzig. In Westerhever bildet sie dichte Teppiche und blüht auch noch im September. Sie ist, wie der Queller, eine typische Salzwiesenpflanze. Sie nimmt Salz aus dem Boden auf und scheidet es über spezielle …

Spätsommer am Strand

Noch ist es warm, aber die Pflanzen leiten schon den Herbst ein. Das gilt auch für den Queller auf dem Deichvorland von Westerhever in Eiderstedt. Aus der Nähe betrachtet sieht er aus, wie ein urzeitliches Bäumchen. Er ist aber eine einjährige Salzpflanze, weshalb er lateinisch Salicornia europaea heißt. Mit ihren Wurzeln hilft er, den Schlick des Wattenmeeres zu …

Blinder Passagier aus der Steinzeit

Ingeborg Bachmann hätte es wissen müssen: Von „Mohn, sehr viel Mohn“ ist auf einer Karte die Rede, die ihr der Dichter Paul Celan zum 23. Geburtstag schickt. Die Schriftstellerin schreibt verliebt zurück, doch war die Karte wohl eher ein Abschiedsgruß. Mohnblüten halten nur wenige Tage. Sie sind ein Symbol für Vergänglichkeit, manchmal auch für Tod. In …