Botanischer Spaziergang mit Jürgen Feder

Die Tour beginnt mit einer Überraschung – einem „Moos“. Klitzeklein wächst es in den Ritzen zwischen den Steinen. Jürgen Feder rupft das Mini-Pflänzchen heraus, zeigt es herum. Wer genau hinschaut, kann weiße Blüten erkennen. „Niederliegende Mastkraut (Sagina procumbens),“ sagt der Biologe. Der Name passt. Statt nach oben macht sich die Pflanze zur Seite breit. Eigentlich …

Grazile Tänzerin

Den Platz zum Wachsen hat sich meine Chinesische Wiesenraute (Thalictrum delavayi) selbst ausgesucht: direkt neben der Haustür, wo es schattig ist und feucht. Früher hatte ich mehrere solche Pflanzen. Seit die Sommer heißer und trockener werden, muss ich die Überlebenden mit der Lupe suchen. Der botanische Name der Pflanze – delavayi – geht auf Pierre …

Feuer im Garten

Wer hat da von wem abgeschrieben? Fast jeder kennt Loriots „Ein Leben ohne Mops ist möglich aber sinnlos.“ Für Gärtnerinnen gibt es ein ähnliches, weniger bekanntes Bonmot von Karl Foerster: „Ein Leben ohne Phlox ist ein Irrtum.“ Er könnte Recht haben. Wenn der Blütenflor des Frühlings und des Frühsommers vorüber ist, kommt die Zeit der …

Ringel-Reigen

Die Perspektive ist ungewöhnlich. Normalerweise lässt sich eine Wilde Karde (Dipsacus fullonum) nicht auf den Kopf gucken. Dafür wird sie mit ihren Blütenständen in Höhe von 1,50 Meter und mehr viel hoch. Der Blick von oben zeigt, wie die einzelnen Blüten sich ringförmig von der Mitte des Blütenstands aus öffnen. Die Wilde Karde hat Körbchenblüten wie …

Manche mögen’s heiß

Die Hortensien lassen matt die Blüten hängen. Egal, wie viel Wasser sie bekommen, es reicht nicht. Allenfalls ein Sonnenschirm könnte heute diesen Pflanzen noch helfen. Die Schmetterlinge hingegen lieben die Hitze und der Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii, unten) macht seinem Namen alle Ehre. Derzeit ist er die Tankstelle für Tagpfauenaugen (Aglais io). Wenn die Pfauenaugen ihre …

Invasion der Krabbeltiere

Diese Käfer will man nicht im Haus haben: Teppich-, Speck-, Museums- oder Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci). Ihre Larven fressen alles, was einmal gelebt hat: auch Wolle und Leder. In Museen können sie wertvolle Bestände vernichten. In der Natur hingegen sind sie ein wichtiger Teil von Leben und vergehen. Auf meiner Wilden Möhre (Daucus carota) fressen die …

Libellen-Suchbild

Dichter kam ich mit der Kamera an die Blaugrünen Mosaikjungfern (Aeshna cyanea) nicht heran, ohne ins Wasser zu fallen (Foto oben). So viele wie in diesem Jahr sind noch nie in meinem Teich geschlüpft. Acht Exuvien, also leere Larvenhüllen, habe ich bislang gezählt. Gut zwei Jahre lebt diese Libellenart, die meiste Zeit als Larve im Wasser. Diejenigen, …

Blütenblatt-Junkies

Gärtnerinnen sind Blütenblatt-Junkies. Der Garten soll bunt sein. Vielleicht ist das ein Erbe der Evolution, als unsere „Vorfahren“, die Insekten, vor Jahrmillionen anfingen, über die Erde zu schwirren. Seitdem überbieten Pflanzen sich darin, Bienen, Fliegen und Käfer anzulocken. Wir Menschen mit unseren Züchtungen setzen noch eins drauf, wie oben bei der Edel-Pfingstrose Festiva maxima. Die …

Bauern-Garten-Lust

Wo sieht man das noch: Duftwicken (Lathyrus odoratus), die sich an einem Staketenzaun emporranken? Im Arboretum in Ellerhoop habe ich sie wiederentdeckt. Hand aufs Herz: Ist so ein blühender Zaun nicht schöner als jede Hecke? Duftwicken schaffen es sogar, an ein und derselben Pflanze zwei verschiedene Blütenfarben auszubilden. Die delikaten Schönheiten sind einjährig und stammen …

Schleuder-Schnabel

Diese Samen sind der Knaller und deshalb gar nicht so einfach zu ernten. Das musste ich erst mühsam lernen, als eine Freundin welche haben wollte. Sind sie reif, genügt ein Lufthauch oder eine Berührung, und der Storchschnabel schleudert seine Samen davon. Das hat die Natur so eingerichtet. Es ist seine Art, sich fortzubewegen. Storchschnäbel haben …