Tutu-Sommer

Die Chinesische Wiesenraute (Thalictrum delavayi) ist die Prima-Ballerina in meinem Sommergarten. Ihre Tutu-Blütenröckchen schweben ab Juli in Augenhöhe über den Beeten. Die niedrigen im Frühjahr blühenden Stauden, aus denen sie sich empor hebt, haben für sie nur eine Aufgabe: Sie zu stützen, sie zu halten und keinesfalls mit konkurrierenden Farben von ihr ab zu lenken …

Ganz haarige Bäuche

Heiße Tage sind ideal für einen frühmorgendlichen Vor-Frühstücks-Spaziergang durch die Feldmark. Dort am Wegesrand steht derzeit das Weiße Leimkraut (Silene latifolia) in voller Blüte. Der Boden ist sandig und trocken, selbst Gräser müssen sich mühen um zu überleben, ideal für diese Wildplanze mit den bis zu 60 Zentimeter tiefen Wurzeln. Das Weiße Leimkraut hat viele …

Ideal für Naturgarten-Fans

Wer nicht genau hinschaut, könnte das Mutterkraut (Tanacetum parthenium) mit der Echten Kamille (Matricaria chamomilla) verwechseln – bis man die Blätter berührt. Sie duften würzig nach Chrysanthemen und die Blütenböden sind flach wie die vom Vergissmeinnicht. Das Mutterkraut ist einst aus dem Kaukasus eingewandert und hat sich über die Jahrhunderte in Haus- und Apothekergärten etabliert. …

Fiedrige Freunde

Ein nasser Winter, ein feuchtes Frühjahr und immer wieder reichlich Regen – das ist für meine Prachspieren (Astilben) genau das Richtige. Zuviel Sonne behagt ihnen nicht, Trockenheit noch weniger. Sie stammen ursprünglich aus Ostasien und wachsen dort in lichten feuchten Wäldern. Einen Wald kann ich ihnen in meinem Garten nicht bieten, Schatten und Feuchtigkeit schon, …

Poppy-Passion

Der Mohn und ich, das ist die Geschichte einer Verführung. Die ersten Mohnpflanzen in meinem Garten wuchsen auf Maulwurfshügeln und verschwand mit ihnen auch wieder: Saat-Mohn (Papaver dubium). Typisch für ihn sind zarte orangefarbige Blüten und eine längliche Samenkapsel. Der Saat-Mohn war der Auftakt für meine Passion mit den Pflanzen, die in England Poppies heißen …

Riesengroße weiße Männer

Ihre Schönheit ist eindrucksvoll, wenn auch von kurzer Dauer. Im April zeigen sich erste Blättchen, und dann legt der Hohe Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) los: Wenige Wochen später ist mir über den Kopf gewachsen. Im Juni bilden sich weiße Blütenpuschel, die bis zu einem halben Meter lang werden und sich bei Regen bis auf den Boden …

Reiselustiger Gast

Seit einigen Tagen hat meine Wegwarte (Cichorium intybus) ihre Blüten geöffnet. Ich habe sie vor vielen Jahren von Prof. Michael Succow geschenkt bekommen. Sie hat den Umzug aus Mecklenburg-Vorpommern gut überstanden. Sie erinnert mich an die Kaffeestunde in seinem Garten, wo Hornissen (Vespa crabro) an uns vorbei friedlich zu ihrem Nest unter seinem Dachüberstand brummten. …

Kinderstube mit Mützchen

Pflanzen kriegen keinen lebendigen Nachwuchs. Sie bilden Samen, aus denen neue Pflanzen heranwachsen. Der Schlangen-Lauch (Allium scorodoprasum) ist eine Ausnahme. Er bildet vor allem Brutzwiebeln. Schlangenlauch wächst wild auf feuchten Wiesen. In meinem Garten will er nicht so recht. Vielleicht ist ihm der Standort zu trocken. Ein paar Pflanzen sind mir treu geblieben. Die Blüten haben …

Verlockend verboten

Bei einem Buch heißt es manchmal: Es gibt keine bessere Werbung als die Androhung, es zu verbieten. Dann wird es erst richtig interessant. Unsere Bienen wissen nichts von Verboten, die Wildbienen auch nicht. Sie stürzen sich wie wild auf die Blüten des Schlafmohns (Papaver somniferum) am Wegesrand. Angebaut werden darf er in Deutschland nicht. Aber …

Treue Seelen

Es gibt Pflanzen, die sind einfach immer da. Man kann sich auf sie verlassen. Jeden Frühsommer sind sie wieder da, blühen und sorgen zuverlässig für Nachwuchs. Kalte Winter machen meinen Einjährigen Schleifenblumen (Iberis umbellata) nichts aus, Dauerregen stört sie nicht, Sonne mögen sie gern. Nur bei tagelanger großer Hitze brauchen sie ab und zu eine …