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Blütenblatt-Junkies

Gärtnerinnen sind Blütenblatt-Junkies. Der Garten soll bunt sein. Vielleicht ist das ein Erbe der Evolution, als unsere „Vorfahren“, die Insekten, vor Jahrmillionen anfingen, über die Erde zu schwirren. Seitdem überbieten Pflanzen sich darin, Bienen, Fliegen und Käfer anzulocken. Wir Menschen mit unseren Züchtungen setzen noch eins drauf, wie oben bei der Edel-Pfingstrose Festiva maxima. Die …

Bauern-Garten-Lust

Wo sieht man das noch: Duftwicken (Lathyrus odoratus), die sich an einem Staketenzaun emporranken? Im Arboretum in Ellerhoop habe ich sie wiederentdeckt. Hand aufs Herz: Ist so ein blühender Zaun nicht schöner als jede Hecke? Duftwicken schaffen es sogar, an ein und derselben Pflanze zwei verschiedene Blütenfarben auszubilden. Die delikaten Schönheiten sind einjährig und stammen …

Schleuder-Schnabel

Diese Samen sind der Knaller und deshalb gar nicht so einfach zu ernten. Das musste ich erst mühsam lernen, als eine Freundin welche haben wollte. Sind sie reif, genügt ein Lufthauch oder eine Berührung, und der Storchschnabel schleudert seine Samen davon. Das hat die Natur so eingerichtet. Es ist seine Art, sich fortzubewegen. Storchschnäbel haben …

Magisches Liebeskraut

Die Rasselblume (Catananche caerulea) ist bislang eine eher seltene Gartenpflanze. Sie mag es sonnig und trocken, stammt aus dem westlichen Mittelmeer, verträgt aber leichten Frost. In meiner Stadt Tornesch blüht sie seit Jahren auf Pflanzinseln am Straßenrand der Norderstraße. Offensichtlich fühlt sie sich dort wohl. Warum also nicht in meinem Garten? Im Arboretum in Ellerhoop …

Der Spieleier-Berg

Gestern war ich im Arboretum in Ellerhoop. Ganz am Ende des Gartens steht die Kopie des General Sherman Tree, eines Mammutbaumes mit einem Durchmesser in Brusthöhe von mehr als acht Metern. Gegenüber befindet sich ein Hügel, auf dem hunderte „Spiegeleier“ blühen, vermischt mit heimischem Klatschmohn (Papaver rhoeas). Botanisch richtig heißt die Pflanze Kalifornischer Baummohn (Romneya Coulteri). …

Wie bunte Federn im Wind

Gärtnern bedeutet Lernen und Beobachten, denn in einem Garten bleibt nichts wie es ist. Mehr oder weniger Regen, mehr oder weniger kalte Winter – alles wirkt sich aus. Bestes Beispiel: meine Prachtspieren (Astilben). Plötzlich plötzlich fühlten sie sich an ihrem Jahrzehnte alten Standort nicht mehr wohl. Sie zogen im Sommer die Blätter ein und die …

Mediterraner Typ

Zu Zeiten, als man sich seine Medikamente noch selbst pflücken musste, war die Moschusmalve (Malva moschata) ein fester Bestandteil von Kloster- oder Apothekergärten. Ursprünglich kommt sie aus dem Mittelmeerraum, ist aber schon seit vielen Jahrhunderten bei uns heimisch. In einem Sommergarten sollte die pflegeleichte Pflanze nicht fehlen. Sie bezaubert mich jedes Jahr wieder neu mit …

Was kriecht denn da?

„Wüchsig“ – ich liebe dieses Wort. Andere würden sagen „wuchernd“. Aber das trifft es nicht ganz. Wuchern ist schlecht, wachsen ist toll, vor allem in einem großen Garten, in dem man seine Augen nicht überall haben kann. Das Pfennigkraut (Lysimachia nummularia) ist extrem wüchsig, und das ist gut so. Jetzt im Juli, wenn Wucht der …

Schönheit für die Vielfalt

Glockenblumen sind bei Wildbienen sehr beleibt. In meinem Garten kann ich das beobachten. Seit ein paar Tagen blüht die Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persiflorica), oben. Laubwälder und Waldsäume sind ihre Heimat, aber auch im Garten fühlt sie sich wohl. Ihre dünnen Blütenstängel brauchen Unterstützung. Sie kippen leicht um, was sie aber nicht daran hindert, weiter zu …

Die Masse macht’s

Ein Garten ist nichts für kniepige Seelen. Das hat weniger mit Geld zu tun als mit einer Einstellung zu Pflanzen. Ich kaufe auch gerne einzelne, schon aus Kostengründen, vor allem aber, weil ich erstmal wissen will, ob sie in meinem Garten gedeihen. Am liebsten sind mir die, die sich selbst aussamen oder ausbreitungsfreudig sind, denn …