Weißes Himmelbett

Tropische Pflanzen im Garten sind nichts für heimische Insekten. Ganz verzichten kann ich trotzdem nicht, weil ich manchmal eine geschenkt bekomme. Es widerstrebt mir, sie im Herbst wegzuwerfen und sterben zu lassen. Da der vergangene Winter nicht kalt war, gelang es mir, die weiße Dipladenia (Mandevilla sanderi) – straff zurückgeschnitten, warm eingepackt und spärlichste gegossen …

„Kleinstaudengesindel“ in Pink

„Komm mir nicht mit Pink,“ sagt der Liebste. Er kann die Farbe nicht ausstehen. Er ist damit nicht allein. Nach ihren Lieblingsfarben befragt rangieren Lila und Pink bei Männern ganz unten, Frauen hingegen schätzen Rottöne und ihre vielen Nuancen. Vielleicht weil Frauen in uralten Zeiten für das Sammeln von wilden Früchten zuständig waren und das …

Schöner Stinker

Seit den Eisheiligen steht mein Zimmerknoblauch (Tulbaghia violacea) wieder auf der Terrasse. Nun will er endlich blühen. Eigentlich hätte er damit schon im Juni beginnen sollen, wie im vergangenen Jahr. Da war der Sommer wärmer, nur gefiel ihm die pralle Sonne nicht. Dieses Jahr habe ich ihn deshalb in den Schatten gestellt. Ergebnis: Keine Blüten …

Schnell los, bevor der Laden dicht macht

Nachtkerzen (Oenothera biennis) blühen nur wenige Stunden. In der Dämmerung öffnen sie einzelne Knospen für nächtliche Besucher. Wenn die Sonne aufgegangen ist, schließen sie ihre Blüten wieder – für immer. Wer morgens noch vom Nektar naschen möchte, muss früh aufstehen, wie diese kleine Biene, die heute um 8:06 Uhr Ihre Chance auf ein Frühstück nutzte. …

„Kleinstaudengesindel“

Komischer Name: Fetthenne. Noch schöner: „dienstfertiges Kleinstaudengesindel“, so nannte Karl Foerster einst die Pflanzen mit den dickfleischigen Blättern. Foerster, der Pflanzenzüchter und Gartendichter, meinte das positiv. Für sein Verständnis sah man das „Kleinstaudengesindel“ zu selten in den Gärten. Allerdings regnete es damals mehr als heute. Die Fetthenne, auch Sedum genannt, mag es aber sonnig und …

Das blaue Wunder von Stäfa

Berg-Astern sind nichts für meinen Garten im norddeutschen Tiefland. Sie wachsen in den Kalkalpen, bei mir ist der Boden eher sauer. Deshalb machte ich lange einen Bogen um Berg-Astern. Beim Wunder von Stäfa wurde ich vor zwei Jahren trotzdem schwach. Ich konnte dem tiefen Lavendelblau der Blüten nicht widerstehen. Ein anderer Name ist Frikarts Aster. …

Innere Schönheit

Lotospflanzen (Nelumbo) leben im Sumpf. Sie blühen im Sumpf. Einen Blick auf das Innenleben der Blüten zu erhaschen, wie auf dem Foto oben, ist deshalb schwierig. Das gilt auch im Arboretum-Ellerhoop. Nirgendwo in Deutschland blühen im Freiland so viele Lotospflanzen wie im schönsten Garten des Nordens. Am vergangenen Wochenende, beim Lotosblütenfest, gelang mir unerwartet ein …

Spätsommer-Stimmung

Über den Wiesen schwebt noch die Feuchtigkeit der Nacht. Der Garten ist vom Tau benetzt. Irgendwo und unsichtbar im tiefblauen Himmel brummt ein Kleinflugzeug. Die Farben im Garten strahlen im frühen Morgenlicht. Eine rote Duftwicke (Lathyrus odoratus) hat sich zwischen die Schmuckkörbchen (Cosmea bipinnata) gemogelt. Ich hatte sie im Frühjahr in einem Topf vorgezogen, später …

Schöner Schein

Viele kleine Blüten in einer, dass ist das Prinzip des Schmuckkörbchens (Cosmea bipinnata). Die hübschen Blütenblätter in weiß und pink sind nur Lockmittel, sind schöner Schein, Scheinblüten. Die eigentlichen Blüten sind klein, befinden sich in der Mitte der Blüte und es sind sehr, sehr viele. Wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass sie dunkel sind. …

Möhren-Wunder

Was wusste ich über Möhren, außer dass ihre Wurzeln gut schmecken und vitaminreich sind, dass sie wilde Verwandte haben, die bei uns heimisch sind und derzeit hübsch weiß blühen (Foto oben)? Die Wurzel der Möhre, dachte ich fast ein Leben lang, ist das was bei mir unten im Kühlschrank liegt – gelb, orangefarben, oder als …