Bei Hortensien (Hydranga) könnte ich eine Sammelleidenschaft entwickeln. Ich finde diese altmodische Pflanze der Bauerngärten wunderschön. Für mich haben sie ein optisches Suchtpotential, auch weil sie bis zum Frost blühen und dabei ihre Farbe verändern – von blau, rosa bis blaugrün im Herbst. Das schafft keine andere Pflanze. Allerdings brauchen sie Pflege. Normalerweise bin ich dafür nicht so zu haben, aber bei Hortensien mache ich eine Ausnahme. Schönheit hat ihren Preis.

Pflege bei Frost

Eher selten werden Hortensien auch von Insekten besucht, wie hier von einer unserer Hausbienen.

Hortensien sind frosthart. Sie bekommen bei mir nur eine Decke aus Laub und überstehen kalte Winter prächtig. Mehr Probleme bereiten ihnen warme Winter, wie der letzte. Sie treiben dann schon im April. Ihre grünen Triebe, in denen die Blüten angelegt sind, überstehen die Nachtfröste im April und Mai aber nicht. Deshalb decke ich sie in solchen Nächten mit eine Noppenfolie zu.

Trinklustig

Bauern- und Tellerhortensien brauchen viel Wasser, Rispenhortensien sind diesbezüglich anspruchsloser. Bei mir stehen sie alle halbschattig, das hilft in trocknen Sommern. Gegossen werden sie jedoch erst, wenn sie auch morgens noch die Blüten hängen lassen. So bilden sie tiefere Wurzeln. 

Blau, rosa, weiß

Interessant ist die Farbgebung. Rosafarbene Gartenhortensien erhalten einen Blauschimmer, wenn der Boden, in dem sie wachsen, sauer ist. Vielleicht hat deshalb diejenige, die am dichtesten an den saure Böden liebenden Rhododendren steht, einen wunderhübschen Blauschimmer. 

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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