So schön kann eine Wildblumenwiese sein, selbst wenn sie nicht mehr blüht. Die Wilde Möhre (Daucus carota) hat ihre Samen in kleine Nester zusammengezogen, ab und zu blitzt ein Farbtupfer hindurch und immer noch finden Insekten ihr Futter, wie die Hummel auf der fast verblühten Flockenblume.

5000 Jahre alt

Mannshohe Findlinge bilden die Außenmauer des Grabes.

Die Wiese habe ich im Arnkielpark in Munkwolstrupp entdeckt. In diesem Archäologie-Park etwas südlich von Flensburg kann man die größten Hühnengräber Schleswig-Holsteins besichtigen. Entdeckt hat sie Probst Arnkiel, der sie Ende des 17. Jahrhunderts auf seiner Ochsenweg-Wanderung ausführlich beschrieb. Zum Glück für die Nachwelt, die deshalb nachvollziehen konnte, wie das Großsteingrab einst ausgesehen hat.

Rekonstruktion aus der Kiesgrube

Eine Hummel auf einer Wiesen-Flockblume

Denn später nutzte man die großen Findlinge zum Straßenbau und zum Wiederaufbau des Dorfes Munkwolstrup, das um 1788 durch Brände fast zerstört wurde. Nur elf von 132 der großen Steine waren noch vorhanden, als die Rekonstruktion des 75 Meter langen Hühnenbettes ab dem Jahr 2000 begann. 2004 wurde es der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein Besuch lohnt sich. Der Eintritt ist frei.

http://grosssteingraeber.de/seiten/deutschland/schleswig-holstein/munkwolstrup-langbett.php

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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