Mondviole – was für ein romantischer Name! Ein anderer ist Einjähriges Silberblatt (Lunaria annua). Im Frühjahr leuchteten die violetten Blüten (Foto unten) an vielen Stellen aus meinen Beeten hervor, wo die Samen des Vorvorjahres hingefallen waren. Gerne wo es halbschattig ist und nicht zu trocken. Mondviolen sind zweijährig, auch wenn der Name anderes vermuten lässt. 

Kräfte bunkern für die Blüte

Das erste Jahr bilden die Pflanze eine Blattrosette und einen dicken Wurzelstock, in dem sie Kräfte für die Blütenpracht im Jahr darauf bunkert. Im späten Frühjahr des Folgejahres mach die Pflanze sich bereit zur Blüte. Sie wächst in die Höhe und in die Breite. Sie braucht dann mindestens 30 Zentimeter Platz um sich herum. Rasch steigt der Blütenstand empor. Er wird bis zu einem Meter hoch, mit etwa 20 Zentimeter langen leuchtend pinkfarbenen oder weißen Blütentrauben, die gerne von Schmetterlingen wie dem Aurora-Falter (Anthocharis cardamines) besucht werden. 

Durchscheinend wie Pergament

Im Sommer trocknet die Pflanze ab und bildet flache, ovale Samenschoten, die etwa so groß wie ein Zwei-Euro-Stück sind. In jeder befinden sich drei bis sechs flache, braune Samen. Entfernt man beidseitig die braune Samenhülle bleibt ein durchscheinendes pergamentartiges Blättchen zurück, das der Pflanze ihren Namen gab: Lunaria wie Luna, der Mond oder eben Mondviole.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

Vielleicht gefällt dir auch das: