Im Garten lohnt es sich immer, genau hinzuschauen. Gestern habe ich noch geschrieben, ich hätte keine gefüllten Schneeglöckchen. Heute, als ich eigentlich Märzbecher fotografieren wollte, habe ich sie doch entdeckt, sogar ziemlich viele (siehe Fotos). Nun habe ich sie mit einem Stöckchen markiert, damit ich die Saat abnehmen und sie getrennt aussäen kann. Mal sehen, ob wieder gefüllte daraus werden, oder ob es so ist wie bei Gregor Mendels Erbsen. Der Augustinermönch kreuzte reinerbige weiß blühende Erbsen mit solchen, die rot blühen, und stellte fest: Bei der Vererbung gibt es Regeln. Die erste Generation seiner Erbsen blühte rot. Als er diese Generation noch einmal miteinander kreuzte, kamen die mit den weißen Blüten bei einem Viertel der Pflanzen wieder zum Vorschein.

Acht Jahre bis zur Blüte

Wie das wohl bei meinen Schneeglöckchen ist, die von der Masse der „normalen“ umgeben sind und mit ihren Pollen befruchtet werden? Ob ihre Nachkommen auch alle „normal“ aussehen? Ich habe gelesen, dass man nach der Aussaat von Schneeglöckchen Geduld haben muss. Schneeglöckchen würden erst nach acht Jahren zum ersten Mal blühen. Das kann ich nicht ganz glauben, weil unsere sich extrem schnell vermehren. Wir werden sehen und ich werde berichten.

Züchter werden

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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