Immer mehr Rasenflächen sehen perfekt aus: dicht wie ein Perserteppich und sattgrün. Bekommt der Rasen zu viel Sonne und vertrocknet, wird neuer Rollrasen bestellt. Jedes noch so kleine Blättchen gehört entfernt, der Mähroboter arbeitet Tag und Nacht. Manchmal erwischt er dabei einen Igel, denn der läuft nicht weg, wenn der Roboter sich nähert, sondern rollt sich zusammen. Der Garten wird zu Verlängerung des Wohnzimmers, der Rasen zum Wohnzimmerteppich und der Mähroboter zum Äquivalent des Saugroboters in der Wohnung. 

Vorsicht. Lecker!

Bei mir ist der Rasen bunt. Im März waren es wilde Frühlings-Krokusse (Crocus vernus), es folgten Gänseblümchen (Bellis perennis) und nun Weißklee (Trifolium repens) und Kleine Braunelle  (Prunella vulgaris). Gemäht wird nicht sehr oft, das gebe ich zu. Dafür ist mein Rasen nahrhaft: Vor allem Hummeln und andere Wildbienen suchen ihn nach Nektar ab, und unsere eigenen Bienen natürlich auch. Barfußlaufen empfiehlt sich auch nicht, weil man Gefahr läuft gestochen zu werden.

Mähen fördert die Blüte

Ich liebe den pinkfarbenen Schimmer auf meinem Rasen. Dann ist richtig Sommer, denn die Kleine Braunelle blüht in voller Pracht. Sie verträgt das Mähen prima. Im Gegenteil, sie blüht dann sogar noch reichlicher. Finde ich kleine Pflänzchen zwischen den Gehwegplatten, setze ich sie auf den Rasen und gieße sie ordentlich an, damit sie dort anwachsen und mein Rasen schön bunt bleibt. 

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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