An einem Sommernachmittag wird meine Riesen-Glockblume (Campanula lactiflora) für kurze Zeit von vielen kleinen schwarzen Insekten umschwirrt. Sie flitzen hin und her, verfolgen einander, manche sitzen in den Blüten. In einer entdecke ich den Grund des Aufruhrs: Eine Wildbienenart scheint sich hier zur Hochzeit zu treffen und einige (Foto) paaren sich in den Blüten. Übrigens ist eine Stunde später alles vorbei, über allen Blüten herrscht Ruh.

Schon immer da

Die Riesen-Glockenblume ist eine von vielen Campanula-Arten in meinem Garten. Sie wird mehr als einen Meter hoch, weshalb ich sie Jahr für Jahr mit einem Ring umgeben muss, damit sie bei Regen nicht auseinander fällt. Als Zierpflanze gibt es sie bei uns schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts und sie ist sehr dekorativ. Wie lange sie schon in meinem Garten wächst, weiß ich nicht. Schon immer würde ich sagen. 

Feuchte Wälder? Bei mir nicht

Ursprünglich kommt sie aus der Region Nordost-Türkei, Kaukasus und Nordwest-Iran, wo sie in Höhenlagen bis zu 2500 Meter vorkommt. Diesem Ursprung verdankt sie ihre Frosthärte. Ich habe gelesen, sie wächst dort eher in feuchten Wäldern. Das kann ich ihr nicht bieten. Bei mir steht sie unter einer Kirschpflaume (Prunus cerasifera) und kriegt nachmittags die volle Sonne. Bislang hat sie sich darüber nicht mit hängenden Blättern beschwert.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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