Giftige Schönheit

Ermordet von der chemischen Revolution in der Landwirtschaft – dieser harte Satz eines amerikanischen Wissenschaftlers gilt einer zarten Pflanze mit zauberhafter purpurfarbener Blüte. Bis in die 1960er Jahre war die Kornrade (Agrostemma githago) eine häufige Pflanze auf den Äckern. Dann wurde sie innerhalb weniger Jahre fast ausgerottet. Denn die Kornrade ist giftig. Wenn ihre Saat …

Strumpfhosenkratzerli

Wer an der Wilden Karde (Dipsacus) hängen bleibt, zerreißt sich nicht nur die Strümpfe. Weshalb Weber früher die walzenartigen Fruchtstände nutzten, um Wolle aufzurauen, bzw. zu kardieren. Daher der Name Wilde Karde. Trotz ihrer Stacheln ist sie keine Verwandte der Distel sondern gehört zur Familie der Geißblattgewächse. Verbreitung mit Rückschlag Die Kratzerli – ob an …

Der kleine Unterschied

Die meisten Blütenpflanzen sind Zwitter, also männlich und weiblich zugleich. Den männlichen Teil verkörpern die Staubbeutel, den weiblichen der Fruchtknoten. Damit stehen die Blütenpflanzen vor einem Problem. Wie verhindern sie, dass sie sich selbst befruchten? Schließlich ist es eine Errungenschaft der Evolution, dass Lebewesen genetisches Material untereinander austauschen und immer wieder neu kombinieren. Nur so erhält …

Der Schmetterlingsgarten

Man nehme: ein sonniges, trocknes Stück Gartenland. Man trage 15 Zentimeter Oberboden ab, damit der Boden „unkrautfrei“ wird. Wenn die Fläche zu groß ist, geht das nur mit einem Bagger. Danach wird reichlich Sand auf der Fläche verteilt und eingearbeitet, denn magerer Boden begünstigt die Pflanzen, die hier wachsen und blühen sollen. Aussaat ist April/Mai, …

Milchdieb am Wegrain

Als Kinder pflückten wir manchmal Klappertöpfe. Die zartgelb blühende Pflanze wuchs an Wegrainen, manchmal auch auf Wiesen. Wir Kinder schätzten sie besonders, wenn sie verblüht war. Denn dann rasseln die Samen in den vertrockneten Fruchtständen, wie trockne Erbsen in einem Topf.  Wir wurden dann zu Klappertopf-Perkussionisten. Beißen und rauben Der Hummelforscher Dave Goulson beobachtete Hummeln …

Mulde im Matsch

  Heike Jeromin hat die Fensterscheibe ihres Autos heruntergekurbelt und schaut durch ihr Spektiv, ein „einäugiges“ Fernrohr. „Da läuft ein Kiebitz. Jetzt muldet er. Das heißt, er baut ein Nest.“ Als ich auch durchschauen darf, sehe ich einen schwarz-weißen Vogel mit einem zweizipfligen Federbusch auf dem Kopf, der seine Brust immer wieder tief in den matschigen …

Mampfmonster

Löwen, Wölfe, Adler – sie alle sind Prädatoren. Sie morden, um sich zu ernähren. Ein besonders niedlicher Räuber ist der Marienkäfer. Auf dem Foto oben betritt ein Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) gerade sein künftiges Schlachtfeld. Nicht viele Läuse werden es überleben. So ein Marienkäfer kann bis zu 50 Blattläuse am Tag vertilgen und mehrere tausend während …

Die Eisdiele der Pfauenaugen

Es ist heiß. Jeden Tag über 30 Grad. Und auf dem Sommerflieder (Buddleja davidii) ist so viel los wie noch nie. Der Trubel begann vor gut einer Woche mit einigen Pfauenaugen. Inzwischen sind es manchmal 50 gleichzeitig, die sich gierig auf den Nektar in den lilafarbenen Blüten stürzen. Man könnte sagen: Der Sommerflieder ist die …

Manche mögen’s heiß

Weißklee (Trifolium repens) ist eine exzellente Tankstelle für Honigbienen, aber nicht an jedem Tag. Das lässt sich auf unserem Rasen sehr gut beobachten. Mal fliegen die Bienen von Blüte zu Blüte, dann wieder meiden sie ihn tagelang. Der Grund: Klee fängt erst bei 21 oder 22 Grad an Honig zu liefern. Die Bienen wissen das und …

Verlockender schwarzer Punkt

Die Wilde Möhre, (Daucus carota subsp. carota) ist ein Insektenmagnet. Ihre großen weißen  Dolden bilden hervorragende Landeplätze und bieten reichlich Nahrung, vor allem eiweißhaltigen Blütenstaub. Wildbienen, Schwebfliegen, Blattwespen, Wanzen und Käfer, sie alle besuchen die Wilde Möhre. Die Pflanze ist zweijährig. Ihre Rosetten habe ich auf meiner kleinen Wiese schon entdeckt. Nächstes Jahr um diese …