In vielen Gärten gibt es sonnige trockene Ecken mit nährstoffarmen Böden. Wenn da etwas wachsen soll, muss man sich kümmern und im Sommer bei Trockenheit jeden Tag gießen. Trotzdem muckern die meisten Pflanzen vor sich hin. Man hat viel Mühe für wenig Belohnung. Aber es geht auch anders. Wenn man nämlich dort Pflanzen sät, die genau dieses Bedingungen brauchen. Eine davon ist der Gewöhnliche Natternkopf oder Stolze Heinrich (Echium vulgare).

Liebling unserer Bienen

Ideale Bienenweide: Der Natternkopf wird bis zu 80 Zentimeter hoch produziert viel Nektar.

Ich habe vor einigen Jahren Samenkörner von einem Ausflug nach Brandenburg mitgebracht. Seitdem ist der „Stolze Heinrich“ in meinem Garten heimisch, blüht den ganzen Sommer über vor sich hin, ohne dass ich mich um ihn kümmern muss. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge lieben seinen Nektar (25 % Zuckergehalt), und wenn man aus Versehen die Blüten abbricht oder mit dem Rasenmäher überfährt, setzt er flugs neue an, wird dann nur nicht mehr ganz so hoch.

Kleine Rosette, lange Wurzel

Allerdings ist er gar nicht so einfach zu vermehren. Wenn man es zu gut mit ihm meint, keimt er nicht. Gute, feuchte, nährstoffreiche Böden verschmäht er. Zwischen den Fugen von Gartenwegplatten hingegen keimt er gern, wo es warm und trocken ist ebenfalls. Im ersten Jahr bildet die zweijährige Pflanze eine Rosette, im zweiten blüht sie. Auch schon kleinste Pflänzchen haben eine lange Pfahlwurzel, um auch tief in der Erde an Wasser zu gelangen. Einige von ihnen setze ich trotzdem im Herbst oder Frühjahr um, damit sie auch dort blühen, wo sie nicht keimen wollen.

 

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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