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Perfekt organisiert

Eine Freundin nennt sie, nicht ganz politisch korrekt, die „gelbe Gefahr“. Gemeint ist der Gemeine Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia). Seine dottergelben Blütenkörbe bestehen aus 200 bis 400 Einzelblüten, von denen jede später einen Fallschirm produzieren wird. Je nach Windstärke können sie zehn und mehr Kilometer zurücklegen, bei Aufwind sollen es Tausende sein. Das bedeutet: Selbst …

Weiße Schwestern

Wer sie nicht kennt, könnte sie während der Blütezeit glatt verwechseln: den Milchstern (Ornithogalum umbellatum, oben) und den Bärlauch (Allium ursinum). Beide sind Zwiebepflanzen. Beide blühen weiß und das etwa zur gleichen Zeit. Aber wer man genau hinschaut, werden die Unterscheide sichtbar. Der Milchstern hat grasartige Blätter und sternförmige Blühen, sie sich nachts schließen. Die Blüten …

Entfaltung mit Ameisenbüffet

Schon wieder Blau! In diesen Tagen ist sind es die Berg-Flockenblumen (Centaurea Montana), die ihre Knospen öffnen. Geschlossen sind sie mit ihren fransigen schwarz bewimperten Hüllblättern ein Hingucker, auch wenn wir sie aus der luftigen Höhe unseres Blickes leicht übersehen. Als erstes wagen sich die die tiefblauen Randblüten hervor. Sie sind steril. Wer genau hinschaut, …

Entfaltung I

Seit die Winter feuchter werden nur noch selten tiefe Minusgrade aufweisen führt das Großblättrige Immergrün (Vinca major) in meinem Garten Regie. An seinen langen Ranken leuchten um diese Jahreszeit hunderte tief violett-blaue Blüten. Jeden Tag entstehen neue, und es ist spannend zu beobachten, wie sich aus einer spitzen Knospe nach und nach die Blütenblätter entfalten. …

Violettes Wogen

So manche Pflanze in unseren Gärten verdanken wir unkonventionellen Menschen. Menschen wie Max Leichtlin (1831-1910). Geschäftsmann zu werden wie sein Vater interessierte ihn nicht. Er lernte Gärtner, reiste durch die Welt, sammelte Wissen und Pflanzen. Eine davon steht in meinem Garten. Leichtlins Prärielilie (Camassia leichtlinii). Ihre Heimat sind feuchte Wiesen und Flussufer in Nordamerika. Ich …

Weiße Wucht

In der Natur gibt es zehn Jahreszeiten. Ihre Uhr tickt nach der Sonne und der Temperatur. Als erstes öffnete am 15. April unser alter Pflaumenbaum seine Blüten. Ein Teil des Pflaumenbaum-Stammes ist abgestorben, aber der Rest hat sein weißes Kleid angezogen. Unglaublich welchen Überlebenswillen alte Bäume haben! Auf die Pflaume folgte am 22. April die …

Glockenspiel

Hasenglöckchen (oben) gehören zu den Hyazinthen, weil sie auf Wiesen vorkommen, auf denen Hasen leben. So lautet die wenig glaubhafte Erzählung über den Namen dieser schönen Zwiebelpflanzen. Sie blühen, bevor die Bäume grün werden. Die Nähe zu den „normalen“ Gartenhyazinthen (Hyacinthus orientalis, unten) kann man gut erkennen. Deren Blüten sehen aus Nähe allerdings so aus, …

Innere Werte

„Ein Garten ohne Tulpen erlebt keinen Frühling.“ Mein liebster Garten-Meister hat das gesagt, Karl Foerster. In diesem Falle, und nur in diesem, würde ich ihm widersprechen. Tulpen sind mir zu kompliziert. Wenn man sich nicht kümmert, verschwinden sie ohne Abschied, und wenn man sich kümmert auch. Heute war ich darauf und dran, meine Meinung zu ändern. Ich …

Kostenloser Frühblüher

Was aussieht wie die Blüte einer kostbaren Orchidee (oben) ist in Wirklichkeit die einer Gewöhnlichen Goldnessel (Lamium galeobdolon) aus der Nähe betrachtet. Die schöne Wildpflanze – manche nennen so etwas Unkraut – bildet im Frühjahr dichte Teppiche mit goldgelben Blüten. Die Goldnessel ist mehrjährig, winterhart und verträgt Trockenheit. Dort wo, wie sie bei mir wächst, …

Geliebte Zwerge

Manche nennen sie Unkräuter, ein böses Wort für die hübschen Zwerge, die jetzt auf meinem Rasen blühen. Heute morgen um 8 Uhr schliefen die Gänseblümchen noch (oben, Bellis perennis). Maßliebchen, Tausendschön, Marienblümchen sind andere Namen, die zeigen, wie lieb sie uns Menschen waren, bevor der sortenreine Rollrasen die Gärten eroberte. Auf dem Ischtar-Tor im Pergamonmuseum …