Vergangene Woche habe bei einem Spargelbauern eingekauft, der seit 50 Jahren in Klein-Nordende die gleiche Sorte setzt. Dieser Spargel steht zehn Jahre auf dem Feld und nicht sieben, wie es bei den hochgezüchteten Hybridsorten üblich ist, die heute großflächig angebaut werden. Letztere schmecken süß und labberig, der Klein Nordender Spargel hingegen so kräftig wie einst. Als ich kam, waren die dünnen Stangen schon ausverkauft. Sonst wollen die Leute immer die dicken kaufen, weil die weniger Arbeit beim Schälen machen. Heutzutage, in Corona-Zeiten, ist es anders. „De Lüüd hebbt jo Tied“, die Leute haben ja Zeit, war die Erklärung des Spargelbauern.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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