Hummeln zu bestimmen ist ganz schön schwierig. Zum Glück gibt es im Netz eine Community, die sich Insektenfreunde nennt. Die haben mir geholfen, die drei Hummeln zu bestimmen. Ich habe sie an einem sonnigen Tag im vergangenen Jahr im September bei uns auf einem von der Stadt angelegten Blumenbeet fotografiert.

Echte Bienen mit dickem Fell

Es sind eine Erdhummel (großes Foto) und zwei Ackerhummeln und die Drohne einer Ackerhummel, die auf dem Argentinischen Eisenkraut Nektar futtern. Auch Hummeln werden immer seltener, einige Arten sind vom Aussterben bedroht. Der britische Hummelforscher Dave Goulson hat sie in seinem Buch „Die seltensten Bienen der Welt“ eindrucksvoll beschrieben. Hummeln gehören zu den Echten Bienen. Wenn sie verschwinden, verschwinden wichtige Bestäuber in unserer Natur.

Umgekehrter Klimawandel

Einen Grund will ich herausheben, weil er paradox erscheint. Ich nenne ihn den umgekehrten Klimawandel. Weil aus der Landwirtschaft, dem Verkehr, den Verbrennungen aus Heizungsanlagen und Industrie so viel Stickstoff-Verbindungen in die Luft geraten, wird der Boden überdüngt. Die Folge: Pflanzen wachsen stark und bilden eine dichte Bodendecke, sodass weniger Sonnenenergie bis zum Boden gelangt. Es wird kälter und feuchter. Der Nachwuchs der Hummeln aber mag es lieber warm.

 

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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