Könige und Fürsten schmückten mit Agapanthus ihre barocken Gärten. In meinem Garten hat er erst vor kurzem Einzug gehalten. Eigentlich mag ich keine Pflanzen, die ich im Herbst ins Haus holen und dann durch den Winter bringen muss. Bei der Schmucklilie, ein anderer Name für Agapanthus mache ich eine Ausnahme, auch weil er so prachtvoll blüht und im Winter pflegeleicht ist. Seine Heimat ist das südliche Afrika.

Knapp halten

Wer es mit dem Agapanthus zu gut meint, hat Pech gehabt. Er blüht am schönsten, wenn der Topf total durchwurzelt ist. Erst wenn die Wurzeln über den Rand kriechen sollte man ihn umtopfen, aber nur in einen wenig größeren Topf. Ist er dafür schon zu groß, in zwei kleinere, aber passende. Kann sein, dass er dann im ersten Jahr etwas weniger Blüten treibt.

Ab in den Keller

Im Winter stelle ich meine Pflanzen in den (dunklen) mittelkalten Keller und gieße sie nicht mehr. Irgendwann fängt der Agapanthus trotzdem an, Blätter zu treiben, als ob die Pflanzen ahnen, dass es draußen wieder heller wird. Allerdings sind die Blätter bleichweiß. Im März kommen sie in den Wintergarten, sie werden wieder (vorsichtig) gegossen und gedüngt. Sie bilden dann nach und nach wieder grüne Blätter. Wenn es nicht mehr friert, stelle ich sie nach draußen. Anders als Geranien blüht der Agapanthus nur von Mitte Juli bis etwa Mitte August. Ich würde die Pracht gerne länger genießen.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

Vielleicht gefällt dir auch das: