Die Farben der Bauernhortensien werden müde: blasses Blau, verschossenes Pink, ein Hauch von Aubergine und Lila-Grün. Kaum eine Gartenpflanze entwickelt im Verblühen eine solche Attraktivität wie Bauernhortensien. Sie sind die Königinnen des Herbstgartens.

Schönheit bis zum Frost

Leider gilt das nur bis zum ersten Frost. Dann sind mit einem Mal alle Blätter schlaff und fallen nach und nach herab. Zurück bleiben die kahlen Stängel mit den kleinen dunkelbraunen Knospen, an ihren Spitzen die vertrockneten Blüten. Mit einigen Schaufeln Kompost versorgt überlasse die Pflanzen so der Winterruhe.

Üppiger von Jahr zu Jahr

In den klitzekleinen Knospen an den Stängeln sind die Blüten für das nächste Jahr angelegt. Deshalb schneide ich meine Bauernhortensien im Herbst nicht zurück, sondern warte damit bis zum Mai. Der kommt zuverlässig mit ein paar Spätfrösten, wenn sich an den oberen Knospen schon vorwitzige grünen Triebe gezeigt haben. Die erfrieren erfahrungsgemäß und sterben ab. Erst jetzt kommt meine Gartenschere zum Einsatz, um die braunen Spitzen zu entfernen. Meine Hortensien danken es mir. Sie blühen jedes Jahr üppiger. 

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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