Diese klassische Sommerstaude darf in keinem Bauern- oder Naturgarten fehlen: die Sommer Margerite (Leucanthemum maximum). Wenn ihre kleine Schwester, die Wiesenmargerite (Leucanthemum vulgare), ihre Samen auf meinen Rasenflächen verteilt hat, erblühen die einen Meter hohen Sommer Margeriten auf den Beeten in voller Pracht bis weit in den August hinein. Einst galten Margeriten als Blume der Unschuld und als Liebesorakal. War das letzte der weißen Blütenblätter – eins nach dem anderen – abgezupft, nach dem Motto „Er liebt mich, er liebt mich nicht“, war klar, wie es um die große Liebe steht. 

Gruß aus den Pyrenäen

Wild wächst die Sommer Margerite zum Beispiel in den Pyrenäen und wird bis zu einem Meter hoch. Diese Pflanzen blühte schon in meinem Garten, als meine Großmutter sich um ihn kümmerte. Sie liebt sonnige Standorte, ist frosthart und als Dünger genügt ihr ein wenig Kompost im Herbst. Staunässe verträgt sie nicht. Wenn ich die ersten Blüten zurückscheide, sobald sie verwelkt sind, bildet die Pflanze manchmal einen zweiten Flor. So kann man die Blühzeit verlängern. Im Herbst schneide ich Pflanzen zurück und streue die Samen um die Pflanze herum aus. 

Die Geliebte des Giersch

Mein einziges Problem mit der Sommer Margerite: Der Giersch, den ich in vielen Beeten habe, zwängt sich gern zwischen ihre Wurzeln, verwächst innig mit ihnen, scheint sie geradezu zu lieben. Alle paar Jahre nehme ich einen Teil der Sommer Margeriten heraus, entferne die dünnen weißen Triebe des Giersch und setze die Margeritenwurzeln neu ein. Sie nehmen es mir nicht übel. Leider kommt der Giersch immer wieder zurück. Es ist ein Kampf mit Windmühlenflügeln.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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