Friss mich, ich bin nahrhaft und lecker signalisieren die roten Früchte des Weißdorns im Herbst. Inzwischen sind sie wie das Laub zu Boden gefallen, ein Fest für hungrige Esser. Regenwürmer machen sich über die Blätter her und ziehen sie in den Boden, wo sie vermodern, Mäuse und Vögel verzehren die mehligen und nahrhaften Beeren.

Die Raupen des Segelfalters fressen die Blätter fruchttragender Bäume wie die des Weißdorns.

Erst verdaut, dann gekeimt

Die Beeren sind in harten Wintern eine wichtige Nahrungsergänzung für etwa 32 Vogelarten, von Meisen über Seidenschwänze, bis zu Finken und verschiedenen Drosselarten. Die Vögel sind es auch, die den Weißdorn in der Landschaft verbreiten. Erst nach der Passage durch ihren Darm keimt der Samen.

Insekten-Eldorado

Ab dem Frühjahr wird die Hecke wieder zum Eldorado für Insekten. Der Weißdorn bietet Futter für viele Schmetterlingsarten. Dazu gehört auch der wunderschöne Segelfalter (Foto), der bei uns im Norden leider nicht vorkommt. Angeblich kann man die Beeren auch zu Mus verarbeiten. Das versuche ich im nächsten Jahr.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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