Schaut man sich zu Boden gefallene Eicheln genauer an, sieht man einige mit kleinen kreisrunden Löchern. Hebt man die Frucht auf, ist sie Vergleich zu anderen leichter. Öffnet man die Frucht, sieht man braunes Mehl. „Letzteres sind die Überreste des fleischigen Kernes, die so wie sie vorgefunden werden, bereits durch den Verdauungskanal der Larve eines kleinen Rüsselkäferchens gewandert sind“, heißt es in dem Buch Nützliche und schädliche Insekten des Waldes des „Forstmannes“ Kuno Lohrenz, das 1907 erschienen ist.

Kleiner fieser Bösewicht

Eichelbohrer (Balaninus glandium) heißt der Käfer (Nr. 11 auf der Tafel), der von Mai bis August fliegt. Mit seinem Rüssel bohrt das Weibchen ein Loch in die noch weiche Schale der unreifen Eichel und legt ein bis zwei Eier hinein. Die daraus schlüpfenden Larven fressen das Innere der Eichel, bohren sich dann durch die Schale hinaus und verpuppen sich im Boden. Für Forstmann Kuno Lohrenz war der Eichelbohrer ein gefährlicher Schädling. Eicheln waren ein wichtiges Winterfutter für Schweine. Lohrenz riet deshalb, alle vorzeitig abgefallenen Früchte „fleißig“ einzusammeln und sie samt der kleinen „kleinen Bösewichte“ verbrennen. 

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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