Innere Werte

„Ein Garten ohne Tulpen erlebt keinen Frühling.“ Mein liebster Garten-Meister hat das gesagt, Karl Foerster. In diesem Falle, und nur in diesem, würde ich ihm widersprechen. Tulpen sind mir zu kompliziert. Wenn man sich nicht kümmert, verschwinden sie ohne Abschied, und wenn man sich kümmert auch. Heute war ich darauf und dran, meine Meinung zu ändern. Ich …

Kostenloser Frühblüher

Was aussieht wie die Blüte einer kostbaren Orchidee (oben) ist in Wirklichkeit die einer Gewöhnlichen Goldnessel (Lamium galeobdolon) aus der Nähe betrachtet. Die schöne Wildpflanze – manche nennen so etwas Unkraut – bildet im Frühjahr dichte Teppiche mit goldgelben Blüten. Die Goldnessel ist mehrjährig, winterhart und verträgt Trockenheit. Dort wo, wie sie bei mir wächst, …

Geliebte Zwerge

Manche nennen sie Unkräuter, ein böses Wort für die hübschen Zwerge, die jetzt auf meinem Rasen blühen. Heute morgen um 8 Uhr schliefen die Gänseblümchen noch (oben, Bellis perennis). Maßliebchen, Tausendschön, Marienblümchen sind andere Namen, die zeigen, wie lieb sie uns Menschen waren, bevor der sortenreine Rollrasen die Gärten eroberte. Auf dem Ischtar-Tor im Pergamonmuseum …

Glöckchen-Glück

Die Schachblumen (Fritillaria meleagris) sind ein sicheres Zeichen, dass der Frühling nicht mehr aufzuhalten ist. Jedes Jahr frage ich mich, ob sie noch da sind, weil sie vor der Blüte total unscheinbar aussehen. In diesem Winter hatten sie ideale Bedingungen. Von Oktober bis März hat es fast immer geregnet, perfekt für diese Zwiebelpflanze, die in …

Blaue April-Schätze

Mein Lieblings-Gartenschriftsteller Karl Foerster schrieb einst ein Buch mit dem Namen „Blauer Schatz der Gärten“. Es erschien 1940. Man kann es immer noch kaufen. Blaue Blumen wie die Armenischen Traubenhyazinthen (Muscari armeniacum) (Foto oben) oder Vergissmeinnicht galten für Foerster als „geheimes Urinventar des Frühlings und Gartenglücks“. Nach den grauen, dunklen Tagen des Winters spiegeln sie …

Der Wurm im Geranientopf

Als ich im Herbst meine Geranien zum Überwintern ins Haus holte, entdeckte ich in ein paar Tage später in einem Topf den Haufen eines Tauwurms oder Gemeinen Regenwurms (Lumbricus terrestris). Im Winter habe ich ihn mit Blättern und Gemüseresten gefüttert. Ich wollte wie Charles Darwin beobachten, ob er das Grünzeug in den Boden zieht. Hat …

Vergänglicher Zauber

Mit Tulpen habe ich kein Glück. Bislang sind fast alle nach wenigen Jahren verschwunden. Die Erklärungen dafür sind vielfältig: Sie würden von Wühlmäusen gefressen, habe ich gelesen, aber wir haben keine Wühlmäuse. Sie würden immer tiefer in den Boden wachsen und es dann irgendwann nicht mehr nach oben schaffen. Ich weiß nicht, ob das stimmt. …

Mit und ohne Puschel

Die Weidenblüte, das habe ich schon als Kind gelernt, ist wichtig für Bienen. Damals waren unsere Hausbienen gemeint, denn mein Vater hat geimkert. Als Kind durfte ich deshalb keine Weidenzweige pflücken. Ihre Blüten waren für unsere Bienen reserviert, denn sie gehören nach dem Winter zu ihren ersten Futterquellen. Inzwischen weiß ich, dass die Blüten für …

Zitternde Frühlings-Bräute

Windröschen gehören in jeden Frühlingsgarten. Die blauen Strahlen-Windröschen (Anemone blanda) stammen ursprünglich aus den Bergen des Kaukasus. Frost und sommerliche Trockenheit können ihnen nichts anhaben. Sobald der Schnee weg getaut ist, fangen sie an zu blühen. Sie gehören zu ersten Frühlingsblumen. Die weiße Variante wirkt zarter. Strahlen-Windröschen sind sommergrün. Sie betreiben also während der ganzen …

Azurblaues Wunder

Um diese Jahreszeit bin ich bei schönem Wetter mindestens einmal zu Besuch in Langes Tannen in Uetersen. Nicht wegen der vielen Jungvögel, die man in alten Baumhöhlen und Nistkästen um Futter betteln hört. Das ist erst im Mai. Auch nicht wegen des Museums, in dem bürgerliche Wohnkultur des 18. Jahrhunderts und neuerdings auch Kunst zu …