Vor ein paar Jahren haben wir diesen hübschen Frühlingsgast im Garten ausgesät – ganz weit hinten, dort wo Wildnis erlaubt ist, dort, wo wir eine bunte Wiese angelegt haben. Was ich damals nicht wusste: Pflanzen können wandern. Manche machen es mit Ausläufern, wie der Kriechende Günsel in meinem letzten Blog. Andere können fliegen, wie die Löwenzahnsamen, die derzeit millionenfach unterwegs sind. Das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensins) kann das alles nicht. Es schleudert seine Samen in die Umgebung.

Ein Diskobolos, wie der berühmte antike Diskuswerfer heißt, ist mein Wiesen-Schaumkraut allerdings nicht. Dafür die meine Wiese zu weit entfernt von meinem Blumengarten am Haus. Es muss andere Wander-Wege gefunden haben. Ameisen als Transporteure scheiden beim Wiesen-Schaumkraut angeblich aus. Bliebe unser Kompost, auf dem auch das Heu der Wiese landet. Aber Heu machen wir erst, wenn die Samen ausgefallen sind. Die Natur in meinem Garten steckt immer noch voller Rätsel. Das liebe ich an ihm.
