Kerzengerade recken sich die Blüten-Pagoden des Kriechende Günsel (Ajuga reptans) in die Höhe. Dort, wo der Rasen halbschattig ist, blüht er besonders leuchtend. Den Rasen hat die heimische Wildpflanze vom Beet aus erobert, wo ich ihn ursprünglich mal gepflanzt habe. Auf dem Rasen ist der Günsel-Nachwuchts gut an seinen tiefdunklen Blättern zu erkennen. Er schreitet mit Ausläufern voran. Im nächsten Jahr wird er einen noch größeren Teil meines Rasens mit seinen Blüten bevölkern.

IMG_9021
Auf meinem Rasen fühlt sich der Kriechende Günsel wohler als auf dem Blumenbeet.

„Weil die Blütezeit des Kriechenden Günsels vergleichsweise früh im Jahr beginnt, profitieren viele im zeitigen Frühling aktive Insekten von seinem Nektar“, heißt es beim Naturschutzbund Deutschland e.V. Das kann ich bestätigen. Gemäht wird erstmal nicht, mindestens bis mein Kriechender Günsel verblüht ist.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.