Ich liebe meine riesigen blauen Kornblumen. In Wirklichkeit heißen sie anders, nämlich Berg-Flockenblume (Centaurea montana L.). Das L. steht für Carl von Linné, den schwedischen Naturforscher aus dem 18. Jahrhundert, der die Pflanzen nach ihren Sex-Organen, also ihren Blüten sortierte. Darauf muss man erstmal kommen. Eigentlich ist sie eine Pflanze der Bergwälder, fühlt sich aber bei mir im holsteinischen Flachland ebenfalls sehr wohl.

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Die Berg-Flockenblume ist im Gegensatz zu ihrer Verwandten, der Kornblume, eine mehrjährige Staude.

Der leuchtend blaue Blütenkranz der Berg-Flockenblume ist nichts als schöner Schein. Ich liebe diesen Teil der Blüte wegen seiner intensiven Farbe. Den Hummeln ist er egal. Sie stürzen sich auf die inneren Röhrenblüten. Dort gibt es Futter – Pollen und Nektar. Aus diesem Teil entstehen auch die Samen, dick und feist, mit einem kleinen Krönchen an der Spitze, aber bis dahin ist es zum Glück noch einige Wochen hin. Erstmal ist noch eine Weile Frühling.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.