Meine kleine Wiese ist auch nach mehr als einem Jahr für Überraschungen gut. Beim Sensen entdeckten wir einen Kokon, braun, perfekt kugelrund mit einer Öffnung nach unten. Der Bewohner zeigte sich nicht, öffnen wollten wir den Kokon auch nicht. Also Recherche im Netz.

Ganz schöner Brummer

Das Ergebnis: Der Kokon gehört einer Wespen- oder Zebraspinne (Argiope bruennichi), bzw. ihrem Nachwuchs. Die Weibchen sind gut erkennbar an ihrem gelb-weiß-schwarz gestreiften Hinterleib. Die sind mit 25 Millimetern um ein Vielfaches größer als die unscheinbaren 6 Millimeter kleinen Männchen, mit ihrem dürren Leib und langen Beinen.

Einwanderer aus Mecklenburg

Laut NABU ist die Wespenspinne erstmals Anfang der 1970er Jahre von Osten her bis zu uns nach Schleswig-Holstein vorgedrungen und breitet sich nun dort aus. Giftig ist sie nicht, fotografieren lassen wollte sie sich bislang auch nicht. Um den Kokon haben wir herumgemäht, um ihn nicht zu zerstören.

 

 

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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