Die Azteken bauten Mais, Bohnen und Kürbis zusammen an und nannten es Milpa, „das nahe Feld“. Die Pflanzen heißen auch die drei Schwestern. Der Mais liefert die Rankhilfe für die Bohnen. Die großen Kürbisblätter spenden Schatten und halten die Feuchtigkeit im Boden. Die Bohnen können Stickstoff aus der Luft binden, im Boden anreichern und so Mais und Kürbis mit Nährstoffen versorgen. Ich baue in meinem Garten kein Gemüse an, aber ich habe in diesem Jahr in einem Blumentopf Geranien und einjährige Duft-Wicken (Lathyrus odoratus) gepflanzt.

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Meine Geranien mochten den heißen, trockenen Sommer. die Duft-Wicken in ihrem Topf haben ihnen Nährstoffe geliefert.

Ich wollte die zarten vorgezogenen Wicken auf diese Weise vor den gefräßigen Nacktschnecken schützen, denn die mögen keine Geranien. Das hatte noch einen weiteren Vorteil. Duft-Wicken können, wie Erbsen oder Bohnen, Stickstoff aus der Luft speichern. Für die echte Milpa-Kombination fehlte in meinem Blumentopf der Kürbis. Funktioniert hat es trotzdem. Die Geranien blühen bis heute üppiger als in jedem anderen Blumentopf.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.