Meine ersten wilden Montbretien (Crocosmia) sah ich vor vielen Jahren auf einer Wanderung im südlichen Afrika. Von dort kommen Montbretien. 1851 wurden sie zum ersten Mal in der botanischen Zeitschrift Flora der Gewächshäuser und Gärten Europas erwähnt. Montbretien hatte schon meine Großmutter im Garten. Sie blühten orangefarben und mussten im Herbst immer ausgebuddelt werden, damit ihre Zwiebeln im Winter nicht erfroren. Irgendwann haben wir das vergessen und die Montbretien waren weg.

Winterharte Züchtung

Bis ich von einem Freund der Familie, der Baumschuler war, neue geschenkt bekam. Jahrzehnte ist das her, der Baumschuler längst gestorben, aber seine Montbretien werden jedes Jahr mehr. Das Tolle an dieser Züchtung ist, dass die Zwiebeln winterhart sind. Ich kann sie also im Boden lassen. Sie bekommen im Herbst von mir allerdings eine dicke Deck aus Laub. Die Pflanzen stehen halbschattig, der Boden ist im Sommer eher trocken, im Winter haben sie keine Staunässe, sonst wären sie schon weg. 

Echte Sommer-Sommerblume

Diese Züchtung heißt Lucifer, botanisch  Crocosmiiflora ‚Lucifer‘. Sie blüht ab Juli, und die Blüten sind von einem leuchtenden Rot-Orange. Monbretien gehören also zu den richtigen Sommer-Sommerblumen. In der Vase sehen sie übrigens prachtvoll aus, wenn man es übers Herz bringt, sie abzuschneiden. Ich schaffe das nicht. Meine Gartenpflanzen sind als Schnittblumen tabu.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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