Manche Pflanzennamen geben Rätsel auf. Dazu gehört der dickfleischige Sommerblüher, der erst so richtig in Fahrt kommt, wenn die anderen Gartenpflanzen schlapp machen. Hohe Fetthenne heißt sie (Sedum telephium), manche sagen auch Große Fetthenne dazu, denn es gibt auch niedrig wachsende Sedum-Arten. Die sieht man vorzugsweise auf begrünten Dächern. Die große Fetthenne hingegen wird bis zu 70 Zentimeter hoch.

Rätselhafter Name

Die Blätter der winterharten Staude können viel Wasser speichern, so dass sie sich beim Berühren feist bzw. fettig anfühlen. Vielleicht waren Hühner, die einst frei durch die Gärten strolchen durften und die dicken Sedum-Blätter fraßen, besonders wohlgenährt. Oder die Fetthenne verdankt ihren Namen der Fähigkeit einiger Sedum-Arten, an ihren Blättern kleine Nachkommen auszubilden, die sich beim Herabfallen bewurzeln. Die Hohe Fetthenne gehört leider nicht dazu.

Vermehren kostet nichts

Auf einen Tipp im Internet hin habe ich ein paar Blätter abgerissen und sie in ein feuchtes Substrat gesetzt. Nun hoffe ich, dass sie sich vorschriftsmäßig bewurzeln. Wenn das nicht klappt, schneide sich im Mai ein paar handbreite Sprossen ab, entfernt die unteren Blätter, lasse die Stiele ein wenig antrocknen, damit sie nicht faulen, und setzt sie in feuchte Pflanzerde. Mit ein wenig Glück gibt es dann neue Fetthennen, die nichts kosten und die Fetthenne blüht üppiger.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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