Schriftsteller von Hemingway bis Tolstoi haben sie in ihren Werken verewigt und ihnen verdankt sie auch ihren Namen: die Dichternarzisse (Narcissus poeticus) oder Montreux-Narzisse. Sie blüht im April und Mai, und überzieht die Landschaft oberhalb von Montreux und Vevey am Genfer See mit einem weißen, duftenden Blütenmeer.

Erinnerungs-Blume

Für die Reichen, die Schönen, die Künstler und die Kranken, die sich um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert an Schweizer Riviera kurierten, markierte die Blüte dieser zauberhaften Pflanze das Ende der Wintersaison. Viele von ihnen nahmen Narzissen als Erinnerung mit nach Hause und pflanzten die Zwiebeln in ihre Gärten. Da von meinen Vorfahren niemand zur Kur in Schweiz war, habe ich keine Ahnung, wie sie in meinen Garten gekommen sind.

Mitnehmen verboten

Diese Weißen oder auch Echten Narzissen blühen, wenn alle anderen Narzissen schon lange verwelkt sind. Als Feuchtwiesenpflanze mag sie durchlässigen, eher feuchten und kalkarmen Boden. Als Wildpflanzen ist sie streng geschützt. Mitnehmen wie einst ist verboten, aber man kann sie sich erwandern, z.B. im Prättigau in der Schweiz, wenn Reisen wieder erlaubt ist.

 

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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