Unter einer Hasel versteckt an der Grundstücksgrenze blüht es dunkelblau, und das jedes Jahr üppiger. Um diesen feuchten, schattigen Teil meines Garten habe ich mich nie so richtig gekümmert. Vielleicht ist das der Grund, warum sich gerade dort der Sibirische Blaustern (Scilla sibirica) so üppig vermehrt hat. Ursprünglich war die Pflanze in der Türkei, Südrussland, Kaukasus und im Iran heimisch, wo sie in feuchten, offenen Wäldern vorkommt. Dort nutzt die Zwiebelpflanze die Zeit, bevor die Bäume grün werden und Schatten spenden zum Wachsen und Blühen.

Blick nach unten

Der Schneestolz liebt es sonnig und blickt nach oben.

Typisch für Scilla sibirica: Ihre Blüten gucken nach unten (siehe oben). Sie sind kleine tiefblaue Hütchen. Die Zwiebelpflanze kann sich sogar gegen die Konkurrenz von Gräsern durchsetzen. Wenn sie sich vermehren soll, darf man das Gras allerdings erst mähen, wenn sie Samen ausgefallen sind, was einige Wochen dauern kann. Nach wenigen Jahren entstehen aus ihnen dann weiter blühende Scilla sibirica.


Sonnenanbeterin

Auf den ersten Blick recht ähnlich sieht der Gewöhnliche Schneestolz aus. Andere Namen ist Gewöhnliche Sternhyazinthe (Chionodoxa luciliae). Deren Blüten schauen nach oben und sind innen weiß. Der Schneestolz mag es gern sonnig. Auf durchlässigem, trockenem und sandigem Boden vermehrt sich schnell und zuverlässig und ist wie Scilla sibirica im Frühjahr eine tolle Insektenweide.

 

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.

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