Vor einiger Zeit sah ich mich als Gemüsegärtnerin. Endlich die eigenen Erbsen, Tomaten, Bohnen ernten. Endlich den süßen Buttersalat frisch aus dem Garten verzehren. Meine Schnecken sahen das anders. Den Salat verwandelten sie in Matsch, von Bohnen und Erbsen raspelten sie jedes Blatt ab, das sich aus dem Boden hervor wagte. Im Topf der im Wintergarten vorgezogenen Tomatenpflanzen entdeckte ich ein feistes braunes Nacktschnecken-Exemplar. Es war dabei, die Stängel durchzubeißen. Unter dem Topf hatte sich eine schleimige Meute versammelt, um die nun schlappen Blätter gemeinschaftlich zu verzehren. Von meinen fünf aus Samen selbst gezogenen Chili-Pflanzen haben zwei überlebt. Dass Nacktschnecken Chili-Pflanzen mögen, ahnte ich nicht. Meine Chilis dürfen nur noch tagsüber und bei trockenem Wetter draußen stehen.

Die Wilde Möhre ist zweijährig. Sie mag warme, trockne Standorte ohne viel pflanzliche Konkurrenz. Man kann sie im Frühjahr oder Hebst aussäen.

Da lob ich mir die wilden Verwandten unserer Gartenpflanzen. Die Wilde Möhre (Daucus carota) wird von Schnecken verschont und blüht nun üppig in meinem Garten. Mit ihren schwarzen Punkten auf der Blüte suggeriert sie Insekten, dass sie willkommen sind.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.