„Du musst die sie umpflanzen, immer schön gießen und regelmäßig düngen.“ Das war im Juni die Ansage meiner Gartenfreundin. Sie hatte mir Stundenblumen (Hibiscus trionum) mitgebracht, die sie von Samen selbst gezogen hat. Die Pflanzen hatte ich im Jahr zuvor bei ihr bewundert. In Gartendingen bin ich ein folgsamer Mensch. Der Sommer war heiß. Meine Stundenröslein, wie sie auch heißen, wurden von Tag zu Tag durstiger. Ich goß sie dreimal am Tag. Sie wuchsen prachtvoll, aber blühen wollten sie nicht. Ich begann zu zweifeln, ob die Pflanzen wirklich die sind, die mir meine Freundin versprochen hat. (Entschuldige liebe Ute.) Inzwischen sind sie 1,50 Meter hoch. Endlich, endlich hat sich die erste Blüte geöffnet und siehe da: Es sind Stundenblumen. Nun brauchen sie einen sonnigen Herbst. Dann könnte ich vielleicht sogar Samen ernten. Die überwintern im Garten unter einer Laubschicht. Die Pflanze selbst stirbt bei Frost.

