Eine Freundin hat mir aus Sardinien Chilis (Capsicum) mitgebracht. Sie wachsen dort in ihrem Garten. Sie trocknet sie auf ihrer Terrasse. In diesem Jahr habe ich selbst welche gezogen. Im Frühjahr habe ich zehn Samen von ihren Schoten ausgesät. Alle zehn keimten. Solange es draußen kalt war, standen die Pflanzen vor dem Südfenster im Wintergarten. Sie wuchsen prachtvoll. Als es draußen warm genug war, stellt ich die Töpfe nach draußen. Das hätte ich nicht tun sollen. In einer einzigen Nacht vernichteten die Nacktschnecken sieben Pflanzen.

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Der Anbau hat sich gelohnt. Die ersten der 15 fingerlange Schoten färben sich rot.

Die drei Überlebenden holte ich zurück ins Haus, bis sie anfingen zu blühen. Dann kamen sie zur Befruchtung wieder nach draußen. Inzwischen war es so heiß und trocken, dass die Schnecken es vorzogen, in ihren Verstecken zu bleiben. Die Chilis blühten und setzten Früchte an. Ich habe sie gezählt. Es sind 15 und sie sind so lang wie mein Zeigefinger. Die ersten färben sich rot.

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Chilis gehören wie Paprika, Tomaten und Kartoffeln zu den Nachtschattengewächsen.

In meinem Garten wird es kühl und herbstlich. Die Chilis blühen munter weiter, aber sie leben nun wieder vor dem warmen Südfenster. Demnächst werde ich sie ernten und trocken, auf der Heizung oder im Ofen. Falls der Nachschub aus Sardinien ausbleibt, reichen meine scharfen Schoten für zwei Jahre.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.