„Dies ist der Herbst: der – der bricht dir noch das Herz!“ An diese Zeilen von Friedrich Nietzsche muss ich denken, wenn die Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) blühen. In diesem Jahr waren sie früh dran. Schon im August wagten sich die ersten Blüten aus dem Boden, noch spärlich zwar, denn es war immer noch heiß und trocken.

Dann nach dem ersten Regenguss zeigten sich immer mehr. Nun steht das Stück Garten, auf dem sie wachsen, wie in jedem Jahr, in voller Blüte. Herbstzeitlosen sind giftig, ich weiß. Man sollte sie von Kindern fern halten. Ich weiß. Auch von Vieh. Das haben wir zum Glück nicht im Garten. Ich vermute dass die Rehe, die ab und zu durch unseren Garten schlendern, ebenfalls wissen, dass Herbstzeitlosen giftig sind.

Im September werden die Tage spürbar kürzer. Die meisten Gartenpflanzen bereiten sich auf den Winter vor. Die Herbstzeitlosen machen eine Ausnahme. Sie sind mir deshalb sehr willkommen. Sie sorgen dafür, dass der Herbst mir doch nicht das Herz bricht.
