Mein Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) wird jedes Jahr höher und breiter. Als ich es in meinen Garten pflanzte, bestand es aus einem kniehohen Stamm mit spiddeligen Seitenarmen. Inzwischen ist es mehr als mannshoch und und ragt weit ausladend in die nebenstehenden Büsche. Um diese Jahreszeit ist es übersät mit pinkfarbenen Laternen, die ein wenig aussehen wie die Kopfbedeckung katholischer Geistlicher. Mittendrin hängt der Samen, der von einer Haut in knalligem Orange umhüllt ist.

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Das Pfaffenhütchen, auch Spindelstrauch genannt, ist für Vögel eine beliebte Winternahrung.

Inzwischen wachsen in meinem Garten mehr Pfaffenhütchen als ich mir wünsche. Ich vermute, die Vögel haben sie verbreitet. Zum Glück wurzeln sie eher flach. Man kann sie also einfach aus der Erde ziehen. Die Samen brauchen übrigens drei bis vier Jahre, bis sie keimen. Die Bäume werden bis zu vier Meter hoch und bilden ausladende Kronen. Das wusste ich nicht, als ich mein Pfaffenhütchen pflanzte. Ich freue mich trotzdem. In meinem Garten sind die Früchte im Herbst ein leuchtendes Wunder der Natur.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.