… aber nur fast. Im Garten blühen die letzten Herbst-Krokusse (Crocus speciosus). Ich habe sie vor zwei Jahren im September gepflanzt – dort wo es halbschattig ist und der Boden durchlässig, denn sie mögen keine Staunässe. Es war ein Versuch. Bei neuen Pflanzen im Garten weiß man ja nie, ob sie sich dort wirklich wohlfühlen. Bei den Herbstkrokussen scheint das weitgehend der Fall zu sein.

IMG_9791
Der weiß blühende Herbst-Krokus Zephyr mit einer Biene auf Nektarsuche.

Allerdings sind die auf dem Rasen gesetzten Herbst-Krokusse nicht wieder gekommen. Dafür blühen sie nun auf den Beeten und auch dort, wo ich keine gesetzt habe. Es ist wie so oft im Garten: Die Pflanzen haben ihren eigenen „Kopf“. Ganz abwegig ist der Vergleich nicht. Es gibt Biologen, die behaupten, das Äquivalent zu unseren Köpfen säße bei den Pflanzen in den Wurzeln. Bei den Krokussen sind es dann wohl die Knollen.

IMG_9792
Herbst-Krokusse sind zarte Schönheiten. Richtig Eindruck machen sie erst, wenn sie in größeren Gruppen auftreten.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.