In meinem Garten regiert derzeit wuchernde Wildheit. Das habe ich vor allem der Gemeinen Wegwarte (Cichorium intybus) zu verdanken. Jede Blüte öffnet sich für einen Tag und das auch nur vormittags. Die Wildbienen in meinem Garten wissen das. Sie eilen sie so schnell von Blüte zu Blüte, dass ich ihnen mit der Kamera kaum folgen kann. Wildbienen sind schwer zu bestimmen. Sicher bin ich, dass es sich um Hosenbienen handelt. Die haben lange Haarbürsten an den Hinterbeinen, mit denen sie Pollen sammeln. Die Weibchen legen an sonnigen trockenen Stellen im Boden ihre Nester an und versorgen ihren Nachwuchs mit Pollen und Nektar, z.B. die Braunbürstige Hosenbiene (Dasypoda hirtipes), die auch Wegwarten-Hosenbiene genannt wird, Foto oben. Manche Wildbienen auf meiner Wegwarte sind nur wenige Millimeter groß, aber dicke Pluderhosen tragen sie trotzdem.

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Gemeine Wegwarten haben hunderte von Blüten. Sie blühen bis in den September hinein.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.