Wo neu gebaut wird, verschwindet der Garten und seine Pflanzen landen auf dem Müll. Gestern habe ich welche gerettet. Die Perl- oder Traubenhyazinthen (Muscari, Foto oben) hatten sich fast vollständig in den Boden zurückgezogen, aber ihre Samenstände sind noch sichtbar und die rabenschwarzen Samen fast reif. Ich habe eine Tüte eine kleine Schaufel mit zur Baustelle genommen und zumindest einen Teil der Zwiebeln ausgebuddelt. Seit heute leben sie in meinem Garten, verteilt auf mehrere Beete. Mal schauen, wo es ihnen nach dem Umzug am besten gefällt.

Mein literarisches Vorbild ist Meir Shalev. In seinem wunderbaren Buch Mein Wildgarten beschreibt er, wie er in Isreal dort, wo Autobahnen gebaut werden, zuweilen seltene Wildpflanzen rettet, um sie in seinem Garten wieder einzupflanzen. Solange sein Garten existiert, können sie dort weiterleben. So soll es auch in meinem Garten sein.

