Sobald Schneeglöckchen und Krokusse verblüht sind, färbt sich mein Garten blau. Der Gemeine Schneestolz (Chionodoxa luciliae), auch Schneeglanz oder Sterhyazinthe ist erwacht. Er ist sehr vermehrungsfreudig. Von den Beeten hat er Teile der Rasenflächen erobert. Mir soll es recht sein. In meinem Garten kann man um diese Jahreszeit ohnehin nicht so genau erkennen, wo die Beete enden und die Rasenflächen beginnen.

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Der Schneestolz ist eine Zwiebelpflanze. Mit dem Namenszusatz luciliae ehrte sein Entdecker seine verstorbene Frau Lucile.

Um diese Jahreszeit bedeckt das Scharbockskraut (Ficaria verna) einen Großteil meiner Blumenbeete. Im Grunde genommen ist es ein Unkraut, aber ich kann damit gut leben. Es blüht im frühen Frühjahr und zieht viele Insekten an. Nach der Blüte zieht es sich in seine kleinen Wurzelknollen zurück, als sei es nie da gewesen. Vermutlich landen Jahr für Jahr einige Knollen beim Jäten im Unkrauteimer und von dort auf dem Komposthaufen. Mit dem fertigen Kompost gelangen die Pflanzen dann zurück auf die Beete.

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Die Schweizer nennen die Pflanze Glitzerli, weil die Blüten wie lackiert glänzen.

Unsere Busch-Windröschen (Anemone nemorosa) wachsen nur an einer Stelle im Garten. In Buchen- oder Eichenwäldern erobern sie große Flächen. Bei mir hätten sie den Platz dazu, aber sie bleiben bescheiden in der Nähe eines Rhododendrons. Meine Buschwind-Röschen haben sechs Blütenblätter. Es soll aber auch welche geben, die 7, 8 oder sogar 12 haben.

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Buschwind-Röschen brauchen viel Licht. Das haben sie in Wäldern nur, wenn die Bäume noch nicht grün sind.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.