Bei mir hat der „No Mow May“, der Monat Mai, in dem man seinen Rasen nicht mähen soll, schon vor Wochen begonnen. Inzwischen blüht der Hohle Lerchensporn (Corydalis cava), Foto oben. Auch er soll Saat bilden, bevor wir mähen. Der Lerchensporn ist besonders bei Hummeln beliebt. Von der Wildpflanze ernähren sich die Raupen des Schwarzen Apollofalters (Parnassius mnemosyne), der mittlerweile sehr selten geworden ist. Ich habe ihn leider in meinem Garten noch nicht entdeckt. Dabei wächst der Lerchensporn bei mir in Hülle und Fülle.

IMG_8915
Den Ehrenpreis habe ich schon als Kind geliebt, wie man als Kind alles liebt, was klein und zierlich ist.

An einigen Stellen haben sich blau blühende Ehrenpreis-Inselchen (Veronica) gebildet. Er gilt als schlimmes Rasenunkraut, das es zu vernichten gilt. Bei mir darf der Ehrenpreis wachsen, soviel er möchte. Seine blauen Blüten leuchten in der Sonne und sorgen für Farbtupfer auf der ansonsten langweiligen Rasenfläche.

IMG_8923
Mit Gundermann links kann man Salate würzen, Gänseblümchen rechts sind eine zauberhafte essbare Deko.

Gundermann (Glechoma hederacea) und Gänseblümchen (Bellis perennis) haben sich ebenfalls ganz von allen dazu gesellt. Die Narzissen hingegen haben wir vor Jahrzehnten gepflanzt. Damals befand sich an der Stelle, wo sie wachsen, ein Blumenbeet. Inzwischen wurde es in Rasen umgewandelt. Die hübschen gefüllten Narzissen (Rip van Winkle) sind geblieben. Gemäht wird bei uns deshalb frühestens im Juni.

IMG_8919
Die gefüllten Narzissen gedeihen auf einem Rasen vorzüglich, wenn man mit dem Mähen wartet, bis das Laub trocken ist.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.