Der Schnee taute und sie sind wieder da, hundertfach, nein tausendfach blühen sie unter Büschen und Bäumen, haben Beete und Rasen erobert. So viele, dass ich den Weg zum Kompost mühsam suchen muss, um keine der weißen Schönheiten umzuknicken. „Keine Siegespalme, kein Baum der Erkenntnis, kein Ruhmeslorbeer ist schöner als dieser weiße, zarte Kelch am blassen Stängel, der im frostigen Wind schaukelt“, schrieb einst der tschechische Schriftsteller Carel Čapek.

Von Schneeglöckchen gibt es 20 Wildarten und etwa 2000 Sorten. Am häufigsten ist das Kleine Schneeflocken (Galanthus nivalis). In meinem Garten hat es sich massenhaft vermehrt. Neu bei mir ist das Elwes Schneeglöckchen (Galanthus elwesii) auf dem Foto ganz oben. Seine Blüten sind doppelt so groß wie die des Kleinen Schneeglöckchens. Typisch ist der U-förmige Fleck in der grünen Basis der inneren Hüllblätter. Bei Galanthus Warei haben die äußeren Hüllblätter dekorative grüne Spitzen.

Ganz besonders hübsch finde ich gefüllte Schneeglöckchen. Sie erinnern mich an eine Tänzerin mit Tutu. Die kleine Variante heißt Flore pleno. Eine größere Ganlanthus hippolyta. Auch sie ist neu in meinem Garten. Es lohnt sich, in Gartencentern nach solchen Arten zu suchen.

Ich hoffe, dass auch meine neuen Varianten sich so gut vermehren, wie meine Kleinen Schneeglöckchen. Wenn sie da sind, ist der Frühling nicht mehr weit.

