„Frühling lässt sein blaues Band …“, die eine oder andere hat diese Zeilen des Dichters Eduard Mörike vielleicht schonmal gehört. An sie hat mich der Krokus erinnert, der sich durch Schnee und Eis ans Tageslicht gekämpft hat. Mehr als eine Woche lang hatten wir teils zweistellige Minusgrade und einen halben Meter Schnee. Trotzdem blüht der dreifarbige Krokus (Crocus sieberi ssp. sublimis ‚Tricolor‘) heute in meinem Garten. Die Zwiebel hat den Boden aufgetaut und durch das kleine Loch im frostigen Untergrund die Blüte nach oben geschickt. Es ist, als habe sie gewusst, dass wir heute fast zehn Grad plus haben. Doch ein Blick in die Wetter-App zeigt: Der Winter tut nur so, als sei schon Frühling.

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Um diese Jahreszeit ist die Gärtnerin für jeden Farbklecks im Garten dankbar.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.