Jahrelang habe ich mich gefragt, warum meine Bergenie (Bergenia cordifolia) nicht blühen will. Weil sie große Blätter hat, die auch im Winter grün bleiben, und große Horste bilden soll, fand ich schwer einen Platz für sie. Der beste, fand sich, war unter meiner Trauerbirke, wo sonst nicht viel wächst. Irgendwo hatte ich gelesen, dass Bergenien auch im Halbschatten gedeihen. Das lichte Laub meiner Birke hielt ich für perfekt. Meine Bergenie sah das anders.

IMG_8801
Sehr Winterhart und im Frühjahr prachtvolle Blüten: Bergenien sind Schmuckstück im Frühlingsgarten.

Sie muckelte sie vor sich hin, von Horst-Bildung keine Spur, die Blätter wurden immer kleiner und geblüht hat sie gar nicht. Vergangenes Jahr hatte ich ein Erbarmen und pflanzte sie in die volle Sonne. Meine Bergenie dankt es mir. Jetzt hat sie zum ersten Mal ihre pinkfarbenen Glöckchen geöffnet. Bergenien gehören zu den Frühblühern. Mit ihren leuchtenden Blüten bringen sie um diese Jahreszeit Farbe in den Garten.

Über die Autorin

Susanne Dohrn lebt als Autorin und freie Journalistin in einem alten Garten in Schleswig-Holstein. 2017 erschien ihr Buch „Das Ende der Natur: Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ (Ch.Links Verlag, Taschenbuchausgabe 2018 im Herder Verlag), 2019 veröffentlichte sie „Der Boden: Bedrohter Helfer gegen den Klimawandel“ (Ch.Links Verlag). Im November 2020 erhielt das Buch den Salus-Medien-Sonderpreis, mit dem das Unternehmen "herausragende journalistische Beiträge ... zu Gentechnik, Ökologie und Umwelt" auszeichnet.